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Freitag, 9. Februar 2018

Recycling von Gold und anderen Edelmetallen aus Elektroschrott

Ausgangsmaterial

Die Platinen aus PC Systemen enthalten neben Kupfer eine Reihe von wertvollen Metallen in unterschiedlicher Konzentration. Die genauen Anteile schwanken sehr stark und sind von dem jeweiligen Produkt abhängig. Es ist daher nur möglich näherungsweise Angaben und Durchschnittswerte aus bereits zurückliegenden Recycling Durchgängen zu nennen. Mit jeder neuen Charge können die Werte ganz anders ausfallen. Trotzdem wollen wir einige Messergebnisse als Anhaltspunkt verwenden um einen Eindruck davon zu erhalten wie eine durchschnittliche Ausbeute aussieht.
Zusammensetzung
Gw.-Anteil
Gold
0,039%
Silber
0,156%
Palladium
0,009%
Kupfer
18,448%
Andere Metalle
9,35%
Nichtmetalle
72%

Gold, Silber und Palladium liefern demnach 91% des Recyclingwertes des Materials. Der Wert pro Kilo Platine beträgt demnach rund 24 US $ pro Kilo ( Stand 2012).1
Zu beachten ist bei dieser Studie jedoch, dass die exakte Zusammensetzung des Ausgangsmaterial nicht bekannt ist. Wie wir anhand der Klassifizierungen sehen, schwankt der Wert und damit der Edelmetallgehalt von Elektronikschrott erheblich. Diese Angaben können also nur ein Anhaltspunkt bieten, so wie der Goldgehalt des Erzes einer jeden Mine auch unterschiedlich ist.

Abbildung 1: Goldkontakte (Goldfinger) verschiedener Steckkarten
Allerdings gelten für diese Angaben die oben gemachten Einschränkungen. Der Gehalt in Platinen kann erheblich schwanken, die Kurse für Edelmetalle ebenfalls. Zudem kann nur ein industrieller Recycler solche Rückgewinnungsraten erzielen. In diesem Band sprechen wir von Material für die Goldgewinnung, das goldplatiert = goldbeschichtet ist, also keine Goldlegierung (=Mischung aus Gold und anderen Metallen) darstellt. Man wird hierfür vorzugsweise Platinen mit sogenannten „Goldfingern“ oder großflächig vergoldeten Stellen wählen. Die Goldkonzentration ist an den Steckleisten die höchste im gesamten PC. 

Die Goldmenge beträgt – je nach Ausführung – ca. 0,01g pro Steckleiste. Das bedeutet, dass rund 100 Steckleisten ca. 1g Gold erwarten lassen.
Es ist daher sinnvoll und lohnenswert, diese Leisten abzutrennen und sie einem einfachen gesonderten Verfahren zuzuführen, das wir später noch im Detail besprechen werden.

Die auf der Abbildung 1 gezeigten Abschnitte sind die Kontaktzungen von Steckkarten wie Grafikkarte, Soundkarte, Controller usw. Es handelt sich dabei um die Komponente, mit dem höchsten Goldanteil (bezogen auf das Gewicht eines Abschnitts) in einem PC. Das Gold ist hier zudem sehr dick aufgetragen, so dass man es als dünne Folie gewinnen kann.

Nutzbar sind auch die Kontaktleisten von CPU Modulen, wie sie beim AMD Athlon oder den Intel Slot CPUs auftreten.
In diesem Buch behandeln wir vornehmlich solche gut sichtbare Vergoldungen und wie man sie von den Bauteilen zurück gewinnt.

Abbildung 2: Typische PC Speichermodule
Es befindet sich zwar auch an anderen Stellen etwas Gold, aber die Menge ist wesentlich geringer (ca. 5%) und der Aufwand unverhältnismäßig höher. Diese Vorkommen sind jedoch nicht verloren. Sie lassen sich immer entweder weiter verkaufen oder an einen Großbetrieb abgeben, der sie dann mit großindustriellen Methoden zurück gewinnt.

Abbildung 3: Pentium Pro CPU
CPUs oder Prozessoren sind die wohl am häufigsten gehandelten PC Goldschrott Materialien. Auch wenn die Beinchen/Pins der Prozessoren schön golden glänzen – der Goldauftrag ist eher gering. Der Pentium Pro kommt immerhin auf bis zu 1 Gramm, was ihn zu dem heiß begehrtesten Prozessor macht. 

Gold findet sich aber auch an den Kontakten der Slot CPUs und im Inneren der Prozessoren. 
Manchmal tragen diese Karten überall vergoldete Pads, manchmal ist es nur die Steckerleiste am unteren Rand.

Die Goldgewinnung bei den CPUs ist zweigeteilt: Zum einen haben sie äußerlich sichtbare vergoldete Flächen oder Pins (diese sind übrigens im Kern oft aus Eisen), zum anderen besitzen sie im Inneren goldene Verbindungsdrähte, sogenannte Bondwires und ein vergoldetes Leitungsgeflecht das „Leadframe“. An das äußere Gold kommt man recht einfach, das im Inneren erfordert erstens rohe Gewalt und zweitens ein Verfahren, das in die zerbrochene CPU „hineinkriecht“ und das Gold dort auflöst. Dies gilt vor allem für die CPUs mit Keramikgehäuse. Man kann sie mit einem einfachen Hammer zertrümmern. Profis verwenden hierfür eher sogenannte Kugelmühlen.

1 Quelle: International Conference on chemical, civil and enviroment engineering ICCEE´2012 March Dubai

Dienstag, 29. September 2015

Überarbeitete Buchreihe Gold,Silber,Palladium,Platin

Während der normale Bürger den heißen Sommer in Spanien, der Türkei oder auf Phuket verlebt hat, durfte sich der Autor mit seinem Drucker wochenlang herumquälen um vier Bände der "Urban Mining" Reihe zu überarbeiten, korrigieren und ständig Testexemplare zu prüfen. Dabei ist ein recht stark überarbeiteter Band "Gold ais PCs und Handys" entstanden, das Buch "Silber aus Schrott" wurde nochmal bearbeitet und nominalisiert und die anderen Bücher aus der Reihe optisch und inhaltlich angeglichen.
Überarbeitete Buchreihe Gold, Silber, Palladium und Platin von Marcel A. Buth

"Gold aus PCs" ist nun endlich in Farbe erhältlich und wurde - auch dank einiger fleißiger Helfer aus dem Goldschrottforum in vielen Punkten korrigiert und überarbeitet. 

Sonntag, 25. Mai 2014

2. Goldseminar zum Thema Recycling von Edelmetallen

Goldseminar 2014 

ACHTUNG: TERMIN WURDE VERSCHOBEN. NEUER TERMIN WIRD BEKANNT GEGEBEN!

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Dienstag, 1. Januar 2013

Gold aus Pins von Mainboards und CPUs gewinnen

Mit der AP Methode kann man nicht nur Goldfinger bequem abernten, sondern auch jegliche vergoldete Pins, wie z.B. die von CPUs oder Jumperleisten vom Mainboard verarbeiten. Das Ganze dauert etwas länger als mit der hier auch vorgestellten Goldzelle, oder Hardcorechemie wie Salpetersäure, es ist aber wirtschaftlicher und ungefährlicher. Die zum einen, weil die verwendete Salzsäure (man kann auch andere benutzen) nicht so aggressiv ist und auch weil die dabei entstehenden Abfallprodukte weniger bedenklich sind. Ein etwas größere AP Anlage, AP Tank genannt, arbeitet langsam und still vor sich hin und liefert nach einigen Tagen oder Wochen erste Goldfolien, die durch sieben abgefischt werden können. Es ist also nichts für Leute die schnell mal die Millionen an einem Tag machen wollen, sondern eher ein fleißiger, stummer Angestellter, der die Pins vom Gold befreit.
Einen einfachen Aufbau zeige ich hier. Der Tank besteht aus einer 18 Liter Kunststoffbox mit Deckel aus dem Baumarkt. Sie ist praktischerweise transparent, so dass man immer mal nachschauen kann was im Inneren abläuft. Gefüllt wird das Ganze mit 1-2 Kg Goldschrott, der idealerweise aus gleichartigem Material besteht und überwiegend Kupfer als Fremdstoff enthält. Dies können zum Beispiel die Pins von CPUs sein, die man per Hitze mechanisch oder im Säurebad entfernt hat. Man kann jedoch auch komplette CPUs einlegen! Hierbei müssen zuvor jedoch sämtliche Kühlkörper, Metallplatten etc. entfernt werden! 

All you need is Luft 

Um den Vorgang zu unterstützen, ist es sehr wichtig Sauerstoff zuzuführen. Dies kann auf mehrere Arten geschehen, Einfach ist es eine Belüftungspumpe aus dem Aquariumfachhandel zu verwenden, ein sogenannter "Bubbler". Den mitgelieferten Sandstein sollte man jedoch nicht verwenden, da er sich über die Zeit auflöst. 


Gute Belüftung hilft in jedem Fall und da der AP Tank ohnehin nicht in geschlossenen Räumen betrieben werden sollte kann er sich auch Luft von oben durch einen lose aufgelegten Deckel saugen. Das bedeutet in jedem Fall aber auch, dass Kupfer(II)chlorid dampfförmig austritt und auf sämtlichen metallischen Oberflächen in der Umgebung kondensiert. Daher ist auch die Garage nicht unbedingt ein Ort an dem man dne Tank betreiben sollte, es sei denn es gefällt einem, dass sämtliche Kupferkabel dort mit der Zeit aufgefressen werden.

Auf zum Erntedankfest

Mit der Zeit werden die metallsischen Pins mit einem Überzug versehen, sie werdne spröde und brüchig. Wenn man hin und wieder durch durch den Tank mit einem Plastiklöffel oder einer Holzkelle stampft, zerbröselt alles Material mit der Zeit. Im Idealfall geht es in die Lösung über oder es fällt am Boden des Gefäßes als grauer Schlamm aus. Cu(II)Cl , also Kupfer(II)Chlorid ist die "Pest" des Kupfers. Dieser Kupferfraß ist äusserst "ansteckend" und Cu(II)Cl erzeugt immer weiter neus Cu(II)Cl, solange die Salzsäure das Chlor dafür hergibt.

Am besten wartet man bis sich sämtliches Metall in feines Gebrösel zerlegt hat und benutzt dann ein Sieb um die Goldfolien abzuschöpfen.
Weiteres  Gold findet sich - klein verteilt - in dem grauen Schlamm am Boden und schwimmend in der Lösung. Dies kann man in einem weiteren Schritt mit einem Papierfilter auffangen und dann per HCl Waschung von diesem abtrennen.
Zum Abfischen eignete sich das Siebsatz hervoragend, welches ich schon an anderer Stelle vorgestellt habe. Der hohe Behälter ist ein Aufbewahrungsbox von Rotha für Toastbrote und kostet ca. 5€.
Wie immer liegt bei solchen Verfahren die Tücke im Detail. Die hier gezeigten Informationen reichen zum Nachmachen aus. Wer jedoch Interesse an allumfassenden Informationen zum Prozess hat und sich weitere Fragen stellt, dem sei das kommende Tutorial "Gold gewinnen mit dem AP Tank" empfohlen.

Dienstag, 3. Januar 2012

Wieviel Gold steckt in einer CPU?


Alte Prozessoren sind oftmals Gold wert
Das Herzstück eines jeden PCs ist der Prozessor, auch CPU genannt. Er ist die "Schaltzentrale" des Computers.
Im Laufe der Entwicklung wurden immer mehr Funktionen in den Chip integriert. Bekannte Hersteller sind Intel und AMD, früher aber auch Cyrix, IBM und Texas Instruments.
Der Goldjunge liefert am meisten!
Hält man solch einen "Goldkäfer" in den Händen, bemerkt man das zahlreiche Gold an Beinen und dem Gehäuse. Und ja - es ist wirklich Gold! Allerdings weniger als man oftmals meint. Dennoch ist es mehr als wirtschaftlich, bei entsprechenden Mengen an Prozessoren, dieses Gold zu fördern.
Auch lukrativ: Slot CPUs von AMD und Intel
Die CPU Beine, genannte "Pins" sind übrigens nicht aus reinem Gold, sondern 24 Karat vergoldete Drähte. Sie können durch die CBX Methode oder durch Köngiswasser zu reinem Gold verarbeitet werden. Auch die Deckplatten der CPUs sind oftmals vergoldet und lohnen. Viel Gold, nämlich 10%-20%, findet sich jedoch auch im Inneren der Prozessoren. Dort verbinden winzige, dünne Drähte (Sog. Bonddrähte) das eigentliche Siliziumplättchen mit den Beinchen, die später im Sockel die Verbindung darstellen.
Die CPU muss also zu Gewinnen dieser Golddepots, geöffnet und mit Chemikalien behandelt werden. Wichtig für den Anwender ist es jedoch zu wissen, wie viel Gold in einer jeden CPU steckt.
Wir verraten es hier einmal: zwischen 0,05g und 0,25g sind die übliche Menge des (theoretisch) gewinnbaren Goldes.
Hier wird Ihnen geholfen - Das Goldbuch enthält Angaben zum Goldgehalt der meisten Prozessoren ;-)
Ein Kerl bildet jedoch die große Ausnahme: Der Intel Pentium Pro Prozessor liefert bis zu 0,7g Gold und steht somit an erster Stelle bei den PC Goldschürfern. Dieser Wert ist mittlerweile aber sehr umstritten und wird teilweise auch nur mit der Hälfte gehandelt. Preise bis zu 40€ für gebrauchte Stücke lassen das Ganze jedoch nur für solche Goldsucher wirtschaftlich erscheinen, die billig an die CPUs herankommen. Schließlich braucht man noch einiges an Chemie und Ausrüstung, die ebenfalls Geld kostet. 
Wenn Sie wissen wollen, in welcher CPU wie viel Gold enthalten ist, dann besorgen Sie sich das Goldbuch mit einer umfangreichen Liste fast aller jemals produzierten Prozessoren und deren Goldgehalt! (Siehe Bilder oben)
So wissen Sie beim Einkauf ganz genau, wie viel die Fuhre wert ist!

Ein weiteres Hilfsmittel is die App "Is it Gold?" die es für Android und Apple  iOS gibt. Diese App erkennt mithilfe künstlicher Intelligenz Gold und Silber  anhand eines Fotos vom Gegenstand. Damit kann man auf Flohmärkten, Haushaltsauflösungen und sogar auf dem Schrottplatz echtes Gold entdecken!

Zu finden unter:


Is it Gold? App Screenshot