Freitag, 20. Juli 2012

Wieviel Gold enthält eine Festplatte?

Durch das Internet geistern immer wieder Gerüchte, Festplatten seien besonders wertvoll. Man berichtet dort von Gold und Platin, das zu finden sei. 
Ich habe mir daraufhin einmal genauer die Edelmetallgehalte von Festplatten angeschaut, sie zerlegt und die Komponenten auf werthaltige Stoffe geprüft. Hierbei beschränkte ich mich auf die derzeit als Elektroschrott verfügbaren Modelle. Ältere Festplatten aus den 80ern oder gar 70ern waren daher nicht dabei. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, wird wissen, dass die Hersteller sprunghaft ihre Produktionsprozesse und Materialien wechseln und dies auch in der Vergangenheit getan haben. Trotzdem lässt sich hier ein Mythos klären. Zunächst einmal die guten Nachrichten:
Ja, Festplatten enthalten Gold!
Es findet sich besonders an der Steckleiste der IDE und SCSI Modellen, sowie an einigen kleineren Steckern im Inneren. Es handelt sich hierbei aber lediglich um vergoldete Kontakte mit einem Gesamtgewicht unter 10g. Entsprechend rechnen wir hier mit der typischen Vergoldungsquote von 0,1%, also 0,001g Gold Ausbeute an den Steckverbindern pro Festplatte...
Weiterhin befinden sich auf dem Controllerboard der Platte ein bis zwei hochpolige ICs. Bei diesem geringen Gewicht und der ebenfalls typischen Quote von 0,1% Ausbeute können wir den Goldgehalt vernachlässigen. Silber findet sich typischerweise kaum oder garnicht an Festplatten, Palladium ebenfalls nicht.
Bliebe da noch die Platinbeschichtung der Platter, also der rotierenden Speichermedien. 
Zunächst einmal zur Schichtdicke: Platter werden üblicherweise mit einer Schicht von 1 Micrometer gesputtert. Das ist - soweit mir bekannt die dünnste Beschichtung im IT Bereich überhaupt. Goldbeschichtungen von Steckleisten der PCI Karten z.B. liegen normalerweise bei 8 Micrometern. 
Aber es kommt noch dicker: Diese Hauch von Nichts ist keineswegs Platin! Und auch die Platter selbst bestehen nicht aus edlen Metallen, sondern aus Alumium oder Glas.
Summa summarum gehören Festplatten zu den PC Komponenten, die man getrost an der Mülldeponie abladen oder sich zerlegt an die Wand hängen kann. Sie sind - was Edelmetalle angeht wertlos. Abernten kann man höchstens den Controller, das aber mit minimaler Ausbeute.
Interessant sind ebenfalls die starken Magnete der Festplatten. Sie bestehen teilweise aus Neodym (=Seltene Erden) und gehören somit zu den stärksten der Welt.
Wer es immer noch nicht glauben kann, oder mal einen Blick in eine Festplatte werfen will, ohne sie zu zerlegen, dem sei folgender Link empfohlen: http://hddscan.com/doc/HDD_from_inside.html

Donnerstag, 7. Juni 2012

Wieviel Gold steckt in Platinen?

Platinen, fachmännisch auch Leiterplatten genannt sind die mechanischen Träger von elektronischen Bauteilen.
Diese werden auf ihnen verlötet und sorgen später für die elektrische Funktion. Die Platine dient also zum einen als Plattform, zum anderen als Verdrahtung, denn die Leiterbahnen entsprechen Verbindungsdrähten zwischen den Beinchen der Bauteile.
Vergoldete Leiterplatten
Nun hat man schon öfters etwas davon gehört, dass die Platinen von z.B: PCs oder Handys Gold enthalten.
Meistens sind es jedoch die Bauteile selbst, die goldhaltig sind und weniger die flachen Platinen. Es gibt aber auch Ausnahmen:
Verfügen die Platinen über Anschlussflächen wie bei PCI Karten, Speicher oder CPU Modulen, so sind diese in aller Regel dick vergoldet.
Dieses Gold ist relativ einfach zu bergen, hierzu am besten auf dieser Internetseite weiter umschauen.
Auch gibt es hin und wieder Platinen, die komplett vergoldet sind. Platinen aus der Medizintechnik oder der Wehrtechnik sind übrigens in aller Regel großzügiger vergoldet als solche aus PCs oder Notebooks. Die Qualitätsanforderungen sind dort einfach höher und Gold schützt die Kontakte eben am besten vor Korrosion.
Keine Illusionen sollte man sich jedoch bezüglich der Ausbeute machen: Nichts in der Elektronik is pures Gold, alles ist immer nur mehr oder weniger dick vergoldet. Wenn man bedenkt, daß ein Gramm Blattgold ungefähr eine Fläche von einem Quadratmeter hat, und ein Draht aus Gold rund 2 Km lang gezogen werden kann, bekommt man eine Vorstellung davon, wieviel Material man haben muss um einige Gramm Gold zu erhalten.
Nichtsdestotrotz ist es nicht unmöglich und so manch einer hat den Elektroschrott kiloweise zuhause. Mehr Informationen hierzu auch im Buch "Gold aus PC und Handy".

Dienstag, 10. April 2012

Welche Edelmetalle finden sich im PC?

PCs, Notebooks und andere IT Elektronik enthält wertvolle Metalle wie Gold, Silber oder Palladium. Welche genau, das ist abhängig vom Modell und  seiner Ausstattung
Eine Untersuchung aus den USA aus dem Jahr 2005 gibt die zum damaligen Zeitpunkt aufgefundenen Edelmetalle und sonstigen Inhaltsstoffe wieder:

Ausgehend von 35Kg Gesamtgewicht ( Computer + Röhrenbildschirm)

Nichtmetalle:
Plastik 23% (Gehäuse)
Silizium 25% Glass, CRT, Board
Edelmetalle:
Gold 0.0016% Steckverbinder
Silber 0.019% Board
Palladium: keine Angabe
Platin: keine Angabe
Unedle Metalle:
Eisen 20.5% CRT
Blei 6.3% Bildschirm, metallische Verbindungen
Aluminium 14% Gehäuse
Zink 2.2% Batterie, Phosphor Emitter, CRT
Nickel 0.85% CRT
Zinn 1% metal joining, CRT
Kupfer 7% CRT, Pins
Magnesium 0.03 CRT,Board
Sonstige Metalle:
Germanium 0.0016% Halbleiter, Board
Gallium 0.0013% Halbleiter, Board
Barium 0.03% CRT, Vacuum Röhre
Tantalum 0.016% Kondensatoren,Netzteil
Indium 0.0016% Transistoren
Vanadium 0.0002% CRT
Beryllium 0.016% Board, Steckverbinder
Europium 0.0002% Board
Titanium 0.016% Gehäuse
Ruthenium 0.0016% Board
Cobalt 0.016% CRT, Board
Antimon 0.01% CRT, Board
Bismuth 0.006% Board
Chrom 0.006% Gehäuse
Cadmium 0.01% CRT, Board, Batterie
Selen 0.002% Board
Niob 0.0002% Gehäuse
Yttrium 0.0002% CRT
Quecksilber 0.002% Board, Batterien, Gehäuse
Arsen 0.001% Board

(Werte gerundet)

Neuere Rechner haben etwas andere Werte, da zum Beispiel der Röhrenmonitor durch Flachbildschirme abgelöst wurde. Trotzdem ist die Aufstellung interessant für alle, die recyclen. Palladium als Inhaltsstoff fehlt völlig, einige Elemente wie Cadmium, Quecksilber und Blei dürfen heutzutage in IT Elektronik garnicht mehr vorkommen.

Dienstag, 3. Januar 2012

Wieviel Gold steckt in einer CPU?


Alte Prozessoren sind oftmals Gold wert
Das Herzstück eines jeden PCs ist der Prozessor, auch CPU genannt. Er ist die "Schaltzentrale" des Computers.
Im Laufe der Entwicklung wurden immer mehr Funktionen in den Chip integriert. Bekannte Hersteller sind Intel und AMD, früher aber auch Cyrix, IBM und Texas Instruments.
Der Goldjunge liefert am meisten!
Hält man solch einen "Goldkäfer" in den Händen, bemerkt man das zahlreiche Gold an Beinen und dem Gehäuse. Und ja - es ist wirklich Gold! Allerdings weniger als man oftmals meint. Dennoch ist es mehr als wirtschaftlich, bei entsprechenden Mengen an Prozessoren, dieses Gold zu fördern.
Auch lukrativ: Slot CPUs von AMD und Intel
Die CPU Beine, genannte "Pins" sind übrigens nicht aus reinem Gold, sondern 24 Karat vergoldete Drähte. Sie können durch die CBX Methode oder durch Köngiswasser zu reinem Gold verarbeitet werden. Auch die Deckplatten der CPUs sind oftmals vergoldet und lohnen. Viel Gold, nämlich 10%-20%, findet sich jedoch auch im Inneren der Prozessoren. Dort verbinden winzige, dünne Drähte (Sog. Bonddrähte) das eigentliche Siliziumplättchen mit den Beinchen, die später im Sockel die Verbindung darstellen.
Die CPU muss also zu Gewinnen dieser Golddepots, geöffnet und mit Chemikalien behandelt werden. Wichtig für den Anwender ist es jedoch zu wissen, wie viel Gold in einer jeden CPU steckt.
Wir verraten es hier einmal: zwischen 0,05g und 0,25g sind die übliche Menge des (theoretisch) gewinnbaren Goldes.
Hier wird Ihnen geholfen - Das Goldbuch enthält Angaben zum Goldgehalt der meisten Prozessoren ;-)
Ein Kerl bildet jedoch die große Ausnahme: Der Intel Pentium Pro Prozessor liefert bis zu 0,7g Gold und steht somit an erster Stelle bei den PC Goldschürfern. Dieser Wert ist mittlerweile aber sehr umstritten und wird teilweise auch nur mit der Hälfte gehandelt. Preise bis zu 40€ für gebrauchte Stücke lassen das Ganze jedoch nur für solche Goldsucher wirtschaftlich erscheinen, die billig an die CPUs herankommen. Schließlich braucht man noch einiges an Chemie und Ausrüstung, die ebenfalls Geld kostet. 
Wenn Sie wissen wollen, in welcher CPU wie viel Gold enthalten ist, dann besorgen Sie sich das Goldbuch mit einer umfangreichen Liste fast aller jemals produzierten Prozessoren und deren Goldgehalt! (Siehe Bilder oben)
So wissen Sie beim Einkauf ganz genau, wie viel die Fuhre wert ist!

Ein weiteres Hilfsmittel is die App "Is it Gold?" die es für Android und Apple  iOS gibt. Diese App erkennt mithilfe künstlicher Intelligenz Gold und Silber  anhand eines Fotos vom Gegenstand. Damit kann man auf Flohmärkten, Haushaltsauflösungen und sogar auf dem Schrottplatz echtes Gold entdecken!

Zu finden unter:


Is it Gold? App Screenshot









Sonntag, 1. Januar 2012

Goldgrube Handy

Wieviel Gold steckt in einem Handy?
In der Frühzeit der mobilen Kommunikation war das Gold billig und Mobiltelefone teuer. Die Hersteller konnten es sich leisten, viele wertvolle Materialien bei der Konstruktion von Handies zu verwenden.
Darunter natürlich auch Gold. Doch wozu braucht man eigentlich das Gold im Handy?
Verschiedene Handyplatinen
Gold hat einige wichtige Eigenschaften, für die Nachrichtentechnik. Zum einen ist Gold ein sehr guter Leiter, mit geringem Widerstand. Zum Anderen korrodiert Gold nicht an der Luft. Daher sind die Tastenfelder auf der Handyplatine (Mäander) aus Gold. Sie werden häufig gedrückt, dürfen daher nicht abreiben und korrodieren, da sie sonst nicht mehr funktionieren.
Gold findet sich aber auch an den Umrandungen der Handyplatine. Diese dienen oftmals der Abschirmung gegen störende Strahlungen anderer Geräte und manchmal auch als eingebaute Antenne.
Apropos Antenne: Die Kontaktbuchsen, Stecker und Verbinder die die aufgedruckte goldene Antenne mit dem Gerät verbinden sind auch häufig aus Gold.
Auch der Akkuanschluß des Handies ist aus Korrosionsgründen und aufgrund des geringen Übergangswiderstandes immer aus Gold, bzw. goldbeschichtet.
Nun sind nicht alle Handies baugleich. Einige Hersteller haben Gold durch billigere Materialien ersetzt oder den Goldauftrag zu einem hauchdünnen Schichtchen verkommen lassen ("Flashgold"). Daher ist eine allgemeingültige Aussage dazu, wieviel Gold in einem Handy steckt schwierig - es kommt eben auf das Modell drauf an. Man kann jedoch mit circa 0,05 - 0.2g pro Handy rechnen. (inklusiver aller gebundenen Vorkommen wie z.B. in Chips oder Legierungen und abhängig vom Alter des Geräts)
Übrigens: Auch die SIM Karten und der dazugehörige Anschluss auf der Handyplatine enthalten Gold!
Mehr erfahren? Das ist ein Auszug aus dem Goldbuch (Link)